Montessoripädagogik

Montessori an der VS Kufstein-Zell

Unter dem Schulmotto „Vielfalt statt Einfalt“ bietet die Volksschule Kufstein-Zell schon über zwanzig Jahre Klassen mit Montessori-Schwerpunkt an.

                                                   (Bild: Gabi Kaltenböck)

Zunächst startete Dipl.-Päd. Andreas Falschlunger mit einer ersten reformpädagogisch orientierten Gruppe. Inzwischen ist die Volksschule Kufstein Zell offiziell Montessori-Schwerpunktschule und es gibt auf jeder Jahrgangstufe mindestens eine Montessori-Klasse und weitere Gruppen, die mit Sequenzen des offenen Lernens arbeiten.

Maria Montessori strebte mit ihrer „Pädagogik vom Kinde aus“ eine schulische Erziehung an, die das einzelne Kind mit seinen individuellen Fähigkeiten und seinen besonderen Bedürfnissen dort abholt, wo es von seiner Entwicklung her steht. Im Rahmen der Freiarbeit können die Kinder in einer von ausgebildeten Montessori-Pädagog/innen/en gestalteten „Vorbereiteten Umgebung“ selbständig und eigenverantwortlich lernen und mit den vorhandenen Lehr- und Lernmaterialien arbeiten –  begleitet von den Lehrpersonen, wenn Unterstützung notwendig ist bzw. um den nächsten Entwicklungsschritt mit dem passenden Material gehen zu können.

Dr. Montessori bemerkte bei der genauen Beobachtung von Kindern verschiedener Altersstufen, dass sich bei allen für die jeweilige Entwicklungsstufe typische Interessensschwerpunkte und in der Folge besondere Sensibilitäten für den Erwerb der dazu gehörenden Fähigkeiten zeigen. Beispielsweise liegen im Alter von zwei bis drei Jahren die Entwicklungsschwerpunkte in den Bereichen Bewegung, Ordnung und Sprache. Entsprechend groß ist z. B. das Bedürfnis der Kinder nach Bewegungserfahrung, motorischer Weiterentwicklung und Verfeinerung der Bewegungsqualität in diesem Alter. Montessori-Pädagogik unterstützt im besten Falle das vorhandene Bedürfnis durch Materialien, die die ständig einströmenden Erfahrungen aus der Umgebung strukturieren und auf eine bewusste Ebene bringen.

Das freie Arbeiten mit den grundlegenden Montessori-Materialien bildet daher die Basis des Unterrichts in den Montessori-Klassen. Die Pädagoginnen schaffen den Rahmen dafür auf den verschiedenen Jahrgangsstufen gemäß den entsprechenden Entwicklungsschwerpunkten und dem österreichischen Rahmenlehrplan für die jeweiligen Schulstufen. Ein Teil des Unterrichts erfolgt danach in gebundener Form und dient vor allem der Bündelung und Festigung allg. Lerninhalte in der Gruppe. Auch organisatorische und soziale Schwerpunkte (wie der übliche Klassenrat) werden in dieser Form umgesetzt.

Die Entwicklungsfortschritte der Kinder werden auch im Rahmen der Freiarbeit festgehalten und dokumentiert. Statt Zeugnis und Ziffernnoten erfolgt die Information der Eltern auf der ersten Schulstufe mittels Pensengespräch und dokumentierter Leistungsvorlage. Auf der zweiten und dritten Schulstufe führen wir ein Pensenbuch mit genauer Lehr-/ Lernzielaufschlüsselung und einem begleitenden Pensengespräch mit Materialpräsentation jeweils zu Semesterende.

Auf der vierten Schulstufe gehen wir aufgrund des anstehenden Übertritts in die weiterführenden Schulen zu einem Zeugnis mit üblicher Ziffernbeurteilung über.

Seit einigen Jahren kann auf jeder Jahrgangsstufe mindestens eine Parallelklasse mit Montessori-Schwerpunkt angeboten werden. In den Montessori- Klassen unterrichten Voksschullehrerinnen mit zusätzlicher Montessori-Ausbildung. Im Schuljahr 2016/17 besuchen 82 Kinder diesen Zweig unserer Volksschule, wobei die Eltern zu Beginn der Schullaufbahn Ihres Kindes die Wahlmöglichkeit (im Rahmen des organisatorisch Möglichen) haben.

Im Mai 2013 wurde unser Schulausbau fertiggestellt, der nach neuesten pädagogischen Gesichtspunkten geplant und ausgestattet wurde. Dabei wurde sowohl von der Raumaufteilung als auch von der Ausstattung her speziell auf die Bedürfnisse der Montessori-Pädagogik Rücksicht genommen und eine Beispiel gebende Bausubstanz geschaffen.

Es gibt (mit Einschränkungen auf der 1. und 4. Schulstufe) die Möglichkeit zur Hospitation in unseren Schwerpunktklassen. Bei entsprechendem Interesse setzen Sie sich bitte mit unserer Schulleiterin in Verbindung.

(Text: VOL Dipl.-Päd. Christine Haas)